Ganglion

Ein Ganglion ist ein gutartiger Weichteiltumor der Hand, der meist gut sicht- und tastbar unterhalb der Haut gelegen ist. Es stellt einen, mit einer zähen, klaren Flüssigkeit gefüllten Ballon dar und geht von der Gelenkskapsel des Handgelenks aus, oder von einer der zahlreichen Sehnenscheiden, die das Handgelenk umgeben. In 60 - 70 % der Fälle entstehen Ganglien streckseitig am Handgelenk, seltener beugeseitig am Handgelenk oder an den Grund-, Mittel- bzw. Endgliedern der Finger.

Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer, der Altersgipfel liegt zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Die Symptome des Ganglions können von völliger Beschwerdefreiheit über Druckempfindlichkeit bis hin zu starken Schmerzen (u.U. ausstrahlend bis zum Ellenbogen und den Fingern) reichen. Drückt das Ganglion auf Nerven, kann auch ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Fingern auftreten. Abhängig von der Größe des Ganglions kann es zu Bewegungseinschränkungen kommen. Die Ausdehnung ist häufig auch belastungsabhängig - das Ganglion kann bei stärkerer Beanspruchung größer werden.

Dr. Durnig: "50 % aller Ganglien verschwinden auch ohne jegliche Behandlung zeitweise - oder für immer. Da Ganglien nicht zu einer Schädigung von Sehnen oder Nerven führen, müssen nur solche Ganglien behandelt werden, die Beschwerden (z.B. eine Bewegungseinschränkung) oder Schmerzen verursachen.

Manche Ärzte propagieren die so genannte "Stichelung". Dabei wird das Ganglion mit einer Nadel mehrfach punktiert und anschließend mit entzündungshemmenden Medikamenten (Kortison) infiltriert. Auch diese Methode führt jedoch nur in etwa 40% der Fälle zu einem endgültigen Verschwinden.

Ich empfehle bei stärkeren Beschwerden oder bei Bewegungseinschränkungen, die operative Entfernung. Durch einen kleinen Hautschnitt wird das Ganglion bis zu seiner Verbindung mit der Gelenkskapsel freipräpariert und entfernt. Die Gelenkskapsel kann gefenstert werden, um Rezidive zu vermeiden. Nach der Operation sollte möglichst rasch eine vorsichtige Mobilisierung des Handgelenks erfolgen, um Verwachsungen vorzubeugen."

 

Ihre OP im Überblick:

• Vor der Operation: Handröntgen beim Radiologen sinnvoll, um Veränderungen am Knochen auszuschließen
• Narkose: Lokalanästhesie, Leitungsanästhesie, Plexus oder Allgemeinnarkose; je nach Wunsch und betroffener Region
• Dauer: 45 Minuten
• Technik: Ganglion-Entfernung, beim Handgelenksganglion im Bereich des Handrückens kann auch eine Entfernung eines durchziehenden Nerven sinnvoll sein und eine Schmerzreduktion im betroffenen Bereich bewirken
• Gips: bei dorsalen Handgelenksganglien kann eine Ruhigstellung im Gips für eine Woche mit Überstreckung im Handgelenk sinnvoll sein
• Nahtentfernung: nach 10 Tagen, auch selbstauflösende Nähte möglich
• Sport: nach 3 Wochen
• Ergebnis: sofort, Ganglion neigen leider zu einem relativ hohen Prozentsatz zum Wiederauftreten